Wer glaubt, dass der Preisverfall bei Gold im letzten Monat zu einer sinkenden Nachfrage geführt hat, irrt gewaltig. Aus allen Teilen der Welt kommen Nachrichten über steigende Absatzzahlen. Nicht nur die australische Perth Mint Prägeanstalt verzeichnete jüngst einen neuen Rekord, auch in Fernost ist das seltene Edelmetall derzeit so beliebt wie selten zuvor.
Mit einer Menge von knapp 112.000 verkauften Unzen Gold war der April 2013 wohl einer der umsatzstärksten Monate für die Perth Mint Prägeanstalt überhaupt. Einige der bekanntesten Gold-Anlageprodukte der Welt stammen aus den Produktionshallen des australischen Unternehmens. Hierzu zählen unter anderem die ‘Australian Kangaroo’-Goldmünzen, die bekannte ‘Lunar’-Serie sowie eine breite Auswahl von Goldbarren. Gegenüber dem Vormonat handelte es sich bei den Verkäufen im April um einen Anstieg um satte 121%.
China im Gold-Kaufrausch
In China kümmern sich traditionell die Frauen um die Finanzen der Familie und sind in dieser Funktion auch für die Geldanlagen verantwortlich. Das zeigte sich einmal mehr in der Feiertagswoche um den ersten Mai herum. In diesen Tagen kauften chinesische Frauen, begünstigt durch die aktuell attraktiven Preise, enorme Mengen an Goldprodukten. Nach Schätzungen von Analysten wurden in dem kurzen Zeitraum mehr als 300 Tonnen des Edelmetalls verkauft. Dies entspricht fast zehn Prozent der gesamten jährlichen Produktion.
Indische Händler füllen ihre Lager
Indien gilt schon länger als wohl größter Konsument von physischen Gold weltweit. Erst im Jahr 2012 hatte sich die indische Regierung dazu entschlossen, diese Entwicklung mit höheren Importzöllen zu bremsen (wir berichteten). Die Bemühungen der Regierung scheinen allerdings nicht aufgegangen zu sein, denn aufgrund des Preisrückgangs haben indische Händler nun erst einmal ihre Lagerbestände kräftig aufgestockt. Gegenüber dem Vormonat ist der Import von Goldbarren im April 2013 um 138% gestiegen. Die Händler bereiten sich mit ihren Käufen auf die Hochzeitssaison vor, in der in Indien traditionell viel Goldschmuck verkauft wird.
Gold ist kein heißes Eisen
Die enorme Nachfrage der letzten Wochen beweist, dass Gold für viele Anleger alles andere als ein heißes Eisen ist, von dem man sprichwörtlich lieber die Finger lässt. Stattdessen vertrauen Menschen von Nordamerika über Europa und Australien bis hin nach China und Indien auch weiterhin auf die hohe Werthaltigkeit des seltenen Edelmetalls.
Die Nachrichten der letzten Tage sind alles andere als verheißungsvoll. Trotz milliardenschwerer Rettungsprogramme geht es in der Euro Zone wirtschaftlich bergab. Die Konjunkturprogramme wirken nicht wie gewünscht und die Misere der Krisenländer scheint nun langsam auch einstmals stabile Euro-Staaten wie Deutschland in ihren Sog zu ziehen.
Ende vergangener Woche sorgte die Nachricht einer erneuten Leitzinssenkung für Furore. Die Europäische Zentralbank sah sich zu diesem Schritt gezwungen, da die Banken ihre Kreditvergabe immer weiter einschränken. Um diesem Trend Einhalt zu gebieten, entschied sich die EZB für einen radikalen Schritt. Sie senkte den Leitzins auf 0,50 Prozent, einen neuen historischen Tiefstwert. Die Frage ist nur, ob sich ein weiteres Abrutschen in die Rezession mit diesen Maßnahmen überhaupt noch abwenden lässt. Und obendrein zeichnet sich nun ab, dass die Konjunkturprogramme für die Krisenländer womöglich der falsche Ansatz sind.
Konjunkturprogramme verpuffen
Nach Meinung der Experten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung helfen die milliardenschweren Konjunkturprogramme in Krisenländern wie Griechenland, Portugal und Spanien nur sehr bedingt. Im Gespräch mit dem Handelsblatt sprach der Wirtschaftsforscher Ferdinand Fichtner davon, dass sich in vielen Krisenländern der öffentliche Sektor im letzten Jahrzehnt maßlos aufgebläht habe. Erst wenn in diesem Bereich die Ausgaben zurückgefahren werden, könne auf Besserung gehofft werden.
Weitere Hemmnisse sieht Fichtner in anhaltend hoher Korruption, Klientelwirtschaft, unflexiblen Arbeitsmärkten und schlechter Wettbewerbsfähigkeit aufgrund hoher Lohnniveaus und gleichzeitig niedriger Produktivität. Konjunkturprogramme können bei diesen Problemen allerdings nicht helfen. Stattdessen müssten wachstumsfreundliche Bedingungen geschaffen werden, durch die sich in den Krisenländern neue Industrien entwickeln können. Nur so bestehe eine Aussicht, dass die Krisenländer irgendwann nicht mehr am Tropf der Geberländer hängen werden.
Euro Zone belastet nun auch deutsche Wirtschaft
Dass die Krise in den europäischen Südstaaten auch irgendwann auf den Norden übergreifen würde, war zu erwarten. Nun zeichnet sich langsam ab, dass auch die europäischen Kernländer immer tiefer in die Krise hinein gezogen werden. Aus den Niederlanden und Finnland kommen bereits Nachrichten über eine sinkende Wirtschaftsleistung und auch Frankreich wird wohl bald in einen Wirtschaftsabschwung eintreten.
Mittlerweile mehren sich die Zeichen, dass auch Deutschland in diesen Sog gezogen wird. Bislang galt die heimische Wirtschaft als solider Fels in der Brandung, der den Wogen der Krise standhalten konnte. Nun deuten Indikatoren wie der ifo-Geschäftsklimaindex und der Einkaufsmanagerindex aber auf eine Trendwende hin. Führende Köpfe der deutschen Wirtschaft berichten von einer sinkenden Auslastung von Maschinen und Anlagen sowie Personalchefs, die sich in Sachen Neueinstellungen zurückhalten.
Die Krise ist präsent wie eh und je
Obwohl die Euro Krise nun schon seit einigen Jahren anhält, ist Deutschland bislang weitestgehend verschont geblieben. Dies könnte sich nun aber langsam ändern. Mit dem stetigen Abrutschen der Krisenländer ist zu erwarten, dass die Lage auch für Deutschland immer ernster wird. Es scheint, dass eine sinnvolle finanzielle Absicherung mit Gold und Silber immer wichtiger wird.
Vor wenigen Tagen veröffentlichte das World Gold Council eine neue Studie mit dem Titel “Gold Investor – Risk management and capital preservation” (übersetzt: “Risikomanagement und Kapitalerhaltung”). Die Autoren beschreiben darin unter anderem, warum Gold weiterhin eines der wichtigsten Mittel zur Erhaltung des Wohlstands von Anlegern ist. Die Studie berichtet außerdem davon, dass Goldanlagen bei vielen Sparern im Vergleich zu anderen Anlageklassen nicht ausreichend vertreten sind.
Das World Gold Council hat seinen Sitz in London und ist wohl eine der wichtigsten Institutionen im Bereich Edelmetalle. Sie wurde 1987 von Goldminenbetreibern gegründet und hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Nachfrage nach Gold zu stimulieren und aufrecht zu erhalten. Die Organisation verfügt über ein weites Netzwerk und hat darum einen tiefen Einblick in die Edelmetall-Branche. Dieses Wissen gibt das World Gold Council in regelmäßigen Abständen in Form von hochinteressanten Studien weiter.
Das Anlageverhalten ändert sich
Mit den Medienberichten über zunehmende Exporte, steigende Steuereinnahmen und eine erstarkende Wirtschaft ändert sich laut der Studie auch immer mehr das Anlegerverhalten. Bei vielen Sparern steht mittlerweile weniger die Absicherung des eigenen Vermögens im Vordergrund als viel mehr Investments mit mehr Risiko und höheren Renditen. In dieser Entwicklung wird Gold eine immer geringere Rolle beigemessen, da dem Edelmetall der Ruf einer Versicherung für wirtschaftlich unsichere Zeiten anhaftet.
Gold als wichtiger Bestandteil jedes Portfolios
In der nun erschienen Studie des World Gold Council beschreiben die Autoren allerdings, dass Gold in jedem Fall ein Kernbestandteil des eigenen Anlageportfolios sein sollte, ob man nun an eine nachhaltige wirtschaftliche Erholung glaubt oder eben nicht. Gold bietet Vorteile im Hinblick auf Diversifikation1, Tail-Risks2, Inflation3, Währungsrisiken und der Kapitalabsicherung im Allgemeinen. Und eben diese Kriterien spielen in wirtschaftlich stabilen Zeiten eine genauso wichtige Rolle wie in Krisenzeiten. Da sich der wirtschaftliche Schwerpunkt zudem immer weiter ostwärts in Richtung Asien verschiebt, sollten Sparer auf diese Qualitäten auch weiterhin gesteigerten Wert legen.
Ist die Wirtschaftskrise überstanden?
Die Frage, ob die Welt tatsächlich schon auf dem Weg aus der weltweiten Wirtschaftskrise ist, lässt sich an dieser Stelle nur schwer beantworten. Fest steht aber, dass die westlichen Staaten mittlerweile noch wesentlich höher verschuldet sind als noch vor der Krise. Länder wie Griechenland, Spanien, Italien und Zypern bleiben Wackelkandidaten und könnten noch immer in die Zahlungsunfähigkeit abrutschen. Von einer stabilen Weltwirtschaft kann insofern also keine Rede sein.
Wie die Studie des World Gold Council nun bestätigt, spielt diese Frage aber im Hinblick auf den Kauf von Gold gar keine ausschlaggebende Rolle. Das Edelmetall sollte wegen seiner besonderen Eigenschaften immer ein Kernbestandteil der eigenen Geldanlage sein.
Gerade einmal zwei Wochen ist der Preisrückgang her, bei dem die Rohstoffe Gold und Silber so viel an Kurswert verloren haben, wie seit dreißig Jahren nicht mehr. Nun zeigen sich die Folgen dieser Korrektur. Bei vielen Händler ist die Nachfrage rasant angestiegen und in etlichen Fällen blieben nur leere Regale zurück. Statt mit Zurückhaltung reagieren die Anleger mit Euphorie auf die vielleicht letzte Möglichkeit, günstig Gold und Silber zu kaufen.
Die Nachrichten von Rekordumsätzen im Edelmetall-Handel setzen sich auch in der zweiten Woche nach dem Preisrückgang an der Börse fort. Nicht nur in Deutschland nutzen viele Anleger die günstigen Preise zum Nachkaufen. Auf der ganzen Welt haben Prägeanstalten und Händler mit der stark gestiegenen Nachfrage zu kämpfen.
Prägeanstalten berichten von Nachfrageexplosion
Die großen Prägeanstalten der Welt stellen in der Regel etliche Millionen Gold- und Silbermünzen im Jahr her. Es ist kaum vorstellbar, dass die großen Anbieter bei der Produktion an ihre Grenzen stoßen. Dennoch haben Produzenten wie die South African Mint, die die Krügerrand Goldmünzen herstellt, bereits bekannt gegeben, dass das Angebot an Münzen aktuell nicht ansatzweise die Nachfrage abdecken kann. Zeitweise sei die Nachfrage sogar vier bis fünf mal so hoch gewesen, wie in normalen Marktphasen. Ähnliche Mitteilungen kommen auch von der australischen Perth Mint Prägeanstalt (Kookaburra, Koala, Nugget) und die China Gold Association (China Panda).
Hohe Nachfrage führt zu Lieferengpässen
Bei Silbermünzen kam es vor allem in Deutschland und den USA zu einem regelrechten Run, der zu leeren Lagern bei Händlern und Großhändlern führte. Und auch hier sind die Prägeanstalten mittlerweile an der Kapazitätsgrenze. So hat die Münze Österreich (Wiener Philharmoniker Münzen) bekannt gegeben, dass der Auftragseingang gedrosselt werden müsse. Die Produktion der nächsten Woche sei sogar schon gänzlich verkauft.
Ähnlich sieht es bei den kanadischen Maple Leaf Münzen aus. Bei der Royal Canadian Mint rechnet man aktuell mit Lieferzeiten von bis zu vier Wochen für prägefrische Gold- und Silbermünzen. Die Prägeanstalt hat bereits auf den Mehrschichtbetrieb umgestellt und ebenfalls den Auftragseingang gedrosselt. Wie es heißt, sei eine weitere Produktionssteigerung kaum mehr möglich.
Ansteigende Edelmetallkurse bringen Entspannung
Die aktuelle Situation auf dem Edelmetallmarkt ist eine Ausnahmensituation, wie sie zuletzt 2010 auftrat. Zwar kommt es immer wieder vor, dass auf einzelnen Märkten die Nachfrage steigt, doch ist eine weltweite Nachfrageexplosion auch für die großen Produzenten eine echte Herausforderung. Mit der Erholung der Gold- und Silberkurse steht nun aber zu erwarten, dass sich die Situation in den nächsten Wochen wieder erholen wird.
Wer dann die niedrigen Preise zum Nachkaufen genutzt hat, darf sich also trotz etwas längerer Lieferzeiten freuen. Wer weiß, wann sich wieder solch eine günstige Gelegenheit ergibt?
Seit dem vergangenen Freitag hat der Goldpreis so stark nachgelassen, wie schon seit knapp 30 Jahren nicht mehr. Nun herrscht Rätselraten um den Auslöser für diese heftige Reaktion. Die wichtigen Fundamentaldaten haben sich in den letzten Wochen nicht geändert und viele westliche Staaten drohen weiterhin unter Ihrer Schuldenlast zusammenzubrechen. Da Gold eigentlich von diesen Voraussetzungen profitieren sollte, haben Experten einen anderen Verdacht: Manipulationen mit Papiergold könnten den Preisrückgang verursacht haben.
Die Zahlen scheinen dies zu bestätigen. Alleine an den Handelstagen am zurückliegenden Freitag und Montag wurde virtuell mehr Papier-Gold gehandelt als weltweit physisches Gold in einem Jahr produziert wird. Und an einer der größten Rohstoffbörsen der Welt, der Comex, wurden am letzten Montag mit 750.000 Stück mehr als doppelt so viele Kontrakte wie normal abgeschlossen. Diese Zahl ist ein neuer Rekord für den Handelsplatz in New York.
Wer profitiert von sinkenden Preisen?
Wie es in einem Artikel im Online-Teil der Süddeutschen Zeitung heißt, halten Finanzexperten eine Manipulation des Goldpreises durch das ‘Big Money’ durchaus für möglich. Große institutionelle Anleger könnten dabei auf den Bruch wichtiger Unterstützungszonen hingearbeitet haben, um selbst von der Abwärtsbewegung des Goldkurses zu profitieren.
Aber auch die Staaten haben ein Interesse daran, fallende Edelmetallkurse zu sehen. Ein hoher Goldpreis drückt schließlich aus, dass das Vertrauen in die Papierwährungen schwindet. Es versteht sich von selbst, dass Regierungen solchen Signalen sehr kritisch gegenüberstehen.
Ähnliche Entwicklungen in der Vergangenheit
Die aktuellen Entwicklungen erinnern ein wenig an frühere Kursverläufe bei Gold. So notierte der Goldpreis im Jahr 1970 bei 35 Dollar pro Feinunze und kletterte bis 1974 auf bis zu 195 Dollar hinauf.
Der Goldpreis korrigierte anschließend bis zur Mitte 1976 Schritt für Schritt auf den Tiefstwert von 103,50 Dollar.
Was auf diesen Wert folgte, war eine historische Gold-Hausse. Der Goldpreis stieg erneut an, und diesmal noch rasanter als wenige Jahre zuvor. Schlussendlich war im Jahr 1980 eine Höchstmarke von 850,- Dollar pro Feinunze Gold erreicht.
Wie geht es weiter?
Natürlich ist das obige Beispiel nicht einfach auf die jetzige Situation übertragbar und kann keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung bringen. Allerdings sind erstaunliche Parallelen zur heutigen Zeit erkennbar und das lässt hoffen.
In der Vergangenheit hat sich immer wieder gezeigt, dass Großinvestoren die Möglichkeit haben, Kurse in Ihrem Sinne zu beeinflussen. Doch sieht die wirtschaftliche Zukunft mit staatlicher Überschuldung, offenen Geldschleusen und zunehmender Inflation für kleinere Anleger weiterhin sehr unsicher aus. Es bleibt darum abzuwarten, ob sich Gold und Silber vor diesem Hintergrund nicht schneller erholen, als es dem ‘Big Money’ lieb ist.
Die digitale Währung Bitcoin befindet sich in einer Krise. Nachdem über Wochen der Wert des virtuellen Geldes immer weiter nach oben schoss, kam für viele Anleger nun ein böses Erwachen. Innerhalb kürzester Zeit verloren die Bitcoins mehr als die Hälfte ihres Wertes. Die jüngsten Ereignisse bestätigen, was viele Kritiker vorhergesagt hatten. Auch die digitale Währung ist vor Blasen nicht gefeit.
In Zeiten schwindender Geldwerte suchen viele Anleger immer verzweifelter nach Stabilität. Für Sparer war die digitale Währung Bitcoin eine viel versprechende Lösung. Das 2009 gestartete Projekt bot den Nutzern eine neue Art von Geld, das fälschungssicher und vielerorts im Internet einsetzbar war. Für viele Anleger stand aber vor allem eine Eigenschaft des virtuellen Geldes im Vordergrund.
Bitcoins und Inflation
Das Bitcoin-Konzept sieht vor, dass die auf lange Sicht die Geldmenge strikt begrenzt ist. Diese Eigenschaft verleiht den Bitcoins einen großen Vorteil gegenüber den traditionellen Währungen wie Euro, Dollar oder Yen. In den großen Industrienationen wurden aufgrund der Wirtschaftskrise in den vergangenen Jahren die Geldmengen immer weiter ausgeweitet, um die Wirtschaft zu stützen. Diese Geldfluten bewirken eine Entwertung (Inflation), die viele Sparer durch steigende Preise zu spüren bekommen. Ähnlich wie Gold ist auch die Menge an Bitcoins begrenzt, weshalb beide Anlagen als Schutz vor Inflation gelten.
Auch digitale Währungen sind vor Blasen nicht sicher
Wie die vergangenen Wochen zeigen, ist allerdings auch diese neue Art der Währung nicht vor Blasen sicher. So hatte der Vertrauensverlust in die traditionellen Währungen dazu geführt, dass das Bitcoin-Netzwerk immer mehr Nutzer bekam. Dies machte sich beim Wert der Bitcoin-Geldeinheiten bemerkbar. War der Wert noch vor einem Jahr bei knapp 5 Dollar ist er zwischenzeitlich auf über 250 Dollar angestiegen.
Nachdem nun aufgrund von technischen Problemen das Netzwerk überlastet war, reagierten viele Bitcoin-Besitzer panisch und versuchten ihre Bestände zu verkaufen. Das brachte die Spekulationsblase zum Platzen und der Wert fiel innerhalb kürzester Zeit zurück auf 105 Dollar. Dieses jüngste Ereignis bestätigte die Meinung vieler Finanzexperten, die der vermeintlich sicheren Währung ihre Stabilität absprechen.
Erinnerungen an die Tulpenmanie
Die Ereignisse um Bitcoin erinnert an die Tulpenmanie in Holland. Im 17. Jahrhundert brach dort der Markt für Tulpenzwiebeln kurz nach dem Erreichen von Rekordpreisen einfach ein. Die damalige Krise gilt als erste gut dokumentierte Spekulationsblase der Wirtschaftsgeschichte. Wieder einmal zeigt sich damit, dass es in der aktuellen Wirtschaftskrise nur eine wirklich wertstabile Geldanlage gibt, und das ist das Edelmetall Gold.
Der US-Bundesstaat Texas deutet die Zeichen der Zeit pessimistisch. Aus Furcht vor einer Konfiszierung der eigenen Goldreserven, plant der zweitgrößte Flächenstaat der USA nun seine Goldreserven aus New York abzuziehen. Bereits im Januar dieses Jahres hatte die deutsche Bundesregierung ebenfalls beschlossen, ihre Goldvorräte wieder zurück nach Deutschland zu holen.
Auch das Vertrauen in die Gold-Lagerstätten der Federal Reserve in New York hat unter der Zypern-Krise gelitten. Selbst US-Bundesstaaten scheinen sich nicht mehr vor staatlich Konfiszierungsaktionen sicher zu fühlen. Ein Blick in die Geschichte der USA bestätigt diese Ängste.
Goldverbot von 1933
Bereits vor genau 80 Jahren beschloss die US-Regierung, private Goldbesitzer zu enteignen. Zu diesem Zweck wurden alle Tresorfächer in Banken oder Geldinstituten versiegelt und später unter Aufsicht eines Regierungsvertreters wieder geöffnet. Das enthaltene Gold wurde daraufhin konfisziert. Und auch der Verkauf, Ankauf und die Bewegung des Edelmetalls waren verboten. Als Grund für die extreme Maßnahme nannte US-Präsident Roosevelt die damalige Wirtschaftskrise.
Texas fürchtet Enteignung
Vor diesem geschichtlichen Hintergrund kann es nicht verwundern, dass der Bundesstaat Texas seine Goldreserven heute lieber wieder in das eigene Staatsgebiet zurückführen möchte. Konkret geht es um fast eine Milliarde Dollar an Pensionsgeldern, die in Form von Gold investiert sind. Momentan lagern diese 6.643 Goldbarren in den Tresoren der FED in New York. In Texas arbeiten die Behörden derzeit an einem Gesetzesentwurf zur Schaffung eines Golddepots. Erst wenn dieses eingerichtet ist, kann das Gold tatsächlich überführt werden.
Auch Deutschland holt Gold zurück
Vor drei Monaten wurde bekannt, dass die deutsche Bundesbank ebenfalls an einer teilweisen Rückführung der Goldbestände aus New York arbeiten würde. Der Bundesrechnungshof hatte ein neues Konzept für die Lagerung der Bestände gefordert und auch einzelne Bundestagsabgeordnete machten sich hierfür stark. Ob hinter dem Abzug des deutschen Goldes gleichfalls die Furcht vor einer möglichen Konfiszierung steht, wurde von offizieller Seite bislang nicht bestätigt.
Hier ein Interview zu dem Thema mit dem Ökonomen James Rickard:
Seit letzter Woche ist die Mittelmeer-Insel Zypern mit ihren rund 800.000 Einwohnern im Zentrum des Interesses europäischer Politiker. Nach den Streitigkeiten um die Beteiligung der zyprischen Kontoinhaber ist seit dem vergangenen Sonntag nun endlich ein Konzept zur “Rettung” Zyperns auf dem Tisch. Doch was die Politik als großen Erfolg verkauft, deutet sich schon jetzt als weiterer Schlag ins Wasser an.
Im ersten Moment scheint die Staatspleite Zyperns nun vom Tisch zu sein, doch auf langfristige Sicht sieht es anders aus. Die vermeintliche Rettung hat viel mehr von einer “Insolvenzverschleppung”, denn nun fangen für Zypern die Probleme erst richtig an. Dem Inselstaat ist sein wichtigstes Geschäftsfeld weggebrochen, der Bankensektor Zyperns steht vor einem großen und sehr riskanten Umbauprozess und zu allem Überfluss hat das Vertrauen der Bürger in ihre Banken und Politiker stark gelitten. All die Milliarden Euro an Hilfszahlungen (2,43 Mrd. Euro davon aus Deutschland) könnten verloren sein, wenn Zypern keinen Weg aus seiner misslichen Lage findet.
Steuerparadies adé
Bislang war Zypern eher weniger für seinen Tourismus oder seine Industrie bekannt. Der wichtigste Wirtschaftszweig des Landes war der Finanzsektor, da Zypern seit jeher als Steueroase galt. Neben europäischen Bürgern nutzten vor allem viele russische Anleger die dortigen Banken zur Verschleierung ihrer Geldströme.
Dieses Geschäftsmodell gehört jetzt der Vergangenheit an und neue sind zunächst nicht in Sicht. Zypern muss nun also mit leeren Taschen einen kompletten Neustart wagen. Die Erfolgsaussichten hierfür sind eher schlecht und es ist eine Frage der Zeit, bis die nächsten Hilfszahlungen aus Brüssel beantragt werden müssen.
Umbau des Bankensektors
Die Politiker haben die Hilfskredite für Zypern an harte Bedingungen geknüpft, die vor allem den Bankensektor des kleinen Staates hart treffen. Ein maßgeblicher Teil davon ist die Abwicklung der Laiki-Bank, der zweitgrößten Bank des Landes. Ein Teil von ihr wird wohl in eine Bad-Bank ausgeliedert und der Rest an die Bank of Cyprus übertragen. Da die Umstrukturierungen die zwei größten Banken des Inselstaates betreffen, sind Auswirkungen für die gesamte zyprische Wirtschaft zu erwarten.
Vertrauensverlust in das System
Das Vetrauen der Bürger in ihre Banken und Politiker hat in den vergangenen Wochen enorm gelitten. Wer über Tage hinweg gar nicht oder nur tröpfchenweise Geld von seinem Konto abheben kann, vertraut sein Geld nur ungern weiter den Banken des Landes an. Ganz zu schweigen von den Personen, die einen Teil ihres Vermögens für diese “Rettung” opfern müssen. Die Kapitalflucht wird in Zukunft wohl noch schlimmer werden und das kann schnell zu einer echten Belastung für die Finanzbranche des kleinen Staates werden.
Aber natürlich hat auch das Vertrauen in die Politiker gelitten, die diesen schmerzhaften Kompromiss mit der EU verantworten müssen. Mit der Fortführung des EU-Kurses werden die Spannungen noch zunehmen und soziale Unruhen in Zypern sind zu befürchten. Die Beispiele von Griechenland und Spanien zeigen deutlich, was Zypern bevorstehen könnte.
Sind deutsche Bankeinlagen gefährdet?
Auch viele deutsche Anleger betrachten die Entwicklungen in Zypern mit Schrecken und fürchten um ihre eigenen Ersparnisse. Anders ist es nicht zu erklären, dass Kanzlerin Merkel kürzlich zum wiederholten mal beteuterte, dass die Bankeneinlagen der Deutschen sicher sind. Schade nur, dass es sich dabei um eine rein politisches Statement zu handeln scheint. Bislang hat sie es jedenfalls versäumt, diese Zusicherung auch in Form eines Gesetzes rechtlich verbindlich zu machen. Nun ist nur noch fraglich, wie schnell deutsche Sparer Lehren aus der Zypern-Krise ziehen und sich für sichere Anlagen wie zum Beispiel Gold und Silber entscheiden.
Das Hin und Her über die Zukunft des Inselstaates Zypern und der Ersparnisse seiner Bewohner geht weiter. Das geplante Hilfspaket, das Zypern vor der Staatspleite bewahren soll, steht auf der Kippe, da sich die Abgeordneten gegen die umstrittene Zwangsabgabe entschieden haben. Wie sich die Pleite nun noch abwenden lässt, ist fraglich. Der Fall Zypern zeigt aber eines ganz deutlich. Aus einer schleichenden Inflation ist mittlerweile eine offene Enteignung der Sparer geworden.
Die umstrittene Zwangsabgabe für die zyprischen Bürger war eine der Bedingungen für das Hilfspaket, mit dem andere europäische Staaten Zypern aus seiner finanziellen Misere befreien wollten. Noch am Wochenende war geplant, dass sich alle Kontoinhaber bei zyprischen Banken an der Abgabe zu beteiligen hätten. Erst nach massiven Protesten über mehrere Tage wurde dieser Plan fallen gelassen und Kleinsparer von der Regelung ausgenommen. Mit dem Nein des zyprischen Parlamentes ist die Zwangsabgabe jetzt zunächst einmal abgesagt.
Es steht viel auf dem Spiel
Nun beginnt das Bangen wieder von Neuem. Die Verhandlungen über die geplante Rettung des europäischen Kleinstaates müssen von vorne beginnen und dabei rennt den Verantwortlichen die Zeit davon. Die Staatspleite rückt immer näher und Experten gehen davon aus, dass Zypern spätestens im Mai das Geld ausgehen wird. Im schlimmsten Fall droht dem Staat der Ausstieg aus der Euro-Zone. Die Folgen für Zypern und Europa sind ungewiss.
Unmittelbare Folgen befürchten viele Großinvestoren wie beispielsweise die Deutsche Bank. Zyperns Staat, Unternehmen und Privathaushalte waren Ende September 2012 mit 7,6 Milliarden Euro bei deutschen Finanzinstituten verschuldet. Der Ausfall dieser Kredite könnte sich damit folgenschwer auf die heimische Wirtschaft auswirken.
Zwangsabgabe führt zu wütenden Reaktionen
Die Wut der Bürger Zyperns richtet sich vor allem gegen Deutschland, da die deutschen Politiker auf eine Beteiligung der Sparer bestanden hatten. Sie machten die Zwangsabgabe zu einer zwingenden Bedingung für das 10-Milliarden-Euro Rettungspaket. Seit Beginn der Finanzkrise wäre es das erste mal gewesen, dass Bankkunden an den Rettungskosten für ein Land direkt beteiligt gewesen wären. Wie sich nun zeigt, könnte diese Forderung aber auch zum Scheitern der Zypern-Rettung geführt haben.
Doch selbst bei einer erfolgreichen Zwangsabgabe wäre der Erfolg des europäischen Rettungsplans sehr ungewiss gewesen. Bislang haben die europäischen Rettungsmaßnahmen in anderen Ländern, wie beispielsweise Spanien, nur eine Verschlimmerung der Rezession bewirkt. Und auch für Zypern befürchteten Finanzexperten eine katastrophale Kapitalflucht, wenn die Zwangsabgabe erfolgt wäre.
Die Unsicherheit wächst
Mit der ursprünglich geplanten Zwangsabgabe ist die Unsicherheit der Sparer Europas ein Stückchen größer geworden. War bislang die Geldflut der Notenbank für die Anleger die größte Gefahr in Sachen Enteignung, müssen sie sich mittlerweile auf härtere Maßnahmen einstellen. Selbst eine direkte Enteignung wie im Falle Zypern scheint nicht mehr undenkbar. Fast scheint es, als sei der kleine Staat Zypern zu einem Experiment über die Machbarkeit einer Zwangsabgabe geworden. Das Vertrauen in Einlagekonten hat unter den Schlagzeilen der vergangenen Tage jedenfalls enorm gelitten.
Und wer denkt, dass etwas Ähnliches in Deutschland ausgeschlossen ist, der sei gewarnt. In einem aktuellen Artikel auf der Website des Handelsblatt wird beschrieben, wie auch Berlin die Banken schließen könnte.
Der Goldpreis ist einer der wichtigsten Indizes in der Finanzwelt. Seit 1919 wird für die Ermittlung des aktuellen Wertes das so genannte “Gold Fixing” durchgeführt. Lediglich fünf Banken sind an der Prozedur beteiligt, bei der die Geldhäuser hinter verschlossenen Türen über den Goldpreis verhandeln. Schon lange gab es Gerüchte, dass dieses intransparente Verfahren anfällig für Manipulationen sei. Nun wurde bekannt, dass die US-Behörde Commodity Futures Trading Commission (CTFC) eine Prüfung eingeleitet hat.
Das “Gold Fixing” findet in London statt und wird zweimal täglich in einer Telefonkonferenz durchgeführt. Beteiligt sind die kanadische Bank of Nova Scotia, Barclays, Société Générale, HSBC und auch die Deutsche Bank. Nachdem der Vertreter einer der Banken einen Preis vorgegeben hat, beginnen die Verhandlungen. Dabei leiten die Bankvertreter den vorgeschlagenen Preis an ihre Kunden weiter und erfragen, ob sie zu diesen Konditionen Gold kaufen würden. Zu den Kunden gehören Noten- und Geschäftsbanken, Goldproduzenten und -verarbeiter und auch Pensionsfonds. Aus allen gewonnen Informationen ermitteln die Beteiligten während der etwa zehnminütigen Prozedur den aktuellen Goldpreis.
Goldpreis an der Börse
Der so festgestellte Goldpreis ist nicht zu verwechseln mit dem Kurs, der an den Börsen ermittelt wird. Dieser ergibt sich aus dem Verhältnis von Angebot und Nachfrage und ändert sich im Sekundentakt. Für Banken, Investoren sowie Bergbau- und Minengesellschaften ist dieser Preis allerdings wegen der schnellen Änderungen ungeeignet. Sie nutzen statt dessen den den Preis, der sich durch das Londoner “Gold Fixing” ergibt, als Referenzkurs. Der dort festgelegte Goldpreis ist damit die Grundlage für viele Finanzprodukte und hat große Einfluss auf die Finanzmärkte.
Erinnerungen an früheren Skandal
Im Jahr 2011 wurde bekannt, dass es zu Manipulationen bei den so genannten “Libor”-Zinssätzen gekommen war. Wie beim Goldpreis auch legt eine kleine Gruppe von Banken diese Zinssätze fest, die als Grundlage für die Zinsberechnung von Finanzprodukten in aller Welt gelten. Die Aufarbeitung des Skandals zeigte, wie intransparent das System war und wie einige Banken es für Manipulationen nutzten. Auf Grundlage dieser Erkenntnisse, untersucht die CFTC nun auch das Londoner “Gold Fixing”.
Hoffnung auf endgültige Aufklärung
Nach einer Untersuchung der internationalen Vereinigung der Wertpapieraufseher (Iosco) sind über die Hälfte der Indizes an den Märkten in Asien, Europa und den USA für Manipulationen anfällig. So stehen auch die Preise für Öl und Benzin unter Manipulationsverdacht. Was die aktuelle Untersuchung des “Gold Fixing” betrifft, gibt es aber auch Hoffnung. Die Ermittlungen der CFTC könnten endgültig klären, ob in Sachen Goldpreis alles mit rechten Dingen zugeht. Womöglich bedeutet das dann auch das Ende vieler Gerüchte und Verschwörungstheorien.
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