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16. November 2012
Propersoul
Die europäischen Regierungen forcieren den Start der Bankenunion. Nach Möglichkeit soll dies bereits zum Jahresanfang 2013 der Fall sein. Bundesbank-Präsident Weidmann vertritt nun in einem Gastkommentar für das HandelsBlatt (Ausgabe Freitag, 16.11.2012) die Meinung: “Bankenunion – wenn, dann richtig.”
Wörtlich schreibt Weidmann in seinem Kommentar: “Es hat keinen Sinn, einen neuen tragenden Pfeiler zügig, aber auf Sand zu bauen” und spricht damit an, dass der zeitlich gesetzte Rahmen, den der EU-Gipfel im Oktober beschlossen hat, eine gründliche Planung aufgrund des Termindrucks nicht erlauben wird. “Bei der Einführung der Bankenunion muss Gründlichkeit vor Schnelligkeit gehen”, schreibt er und verweist auf die vielen ungeklärten Themen wie z.B. welche Institute künftig von der Bankenunion beaufsichtigt werden sollen oder der Geltungsbereich der Bankenunion, Z.B. ob nur EWU-Mitglieder beobachtet werden sollen oder auch Nicht-EWU-Mitglieder, die trotzdem Teil des Binnenmarktes sind von der Bankenunion überwacht werden sollen.
Weidmann befürwortet Bankenunion mit Einschränkungen
Kritisch sieht der Bundesbank-Präsident, dass durch die Einführung der Bankenunion Altlasten der Mitgliedsstaaten, die diese selbst zu verantworten haben, verallgemeinert werden könnten. Er vertritt die Meinung, dass die “Bankenunion die gemeinsame Geldpolitik entlasten [soll und sie] [...] darf nicht [...] zur Lösung von Schuldenproblemen führen.” Er ergänzt: “Altrisiken sollten wie bislang weiter von den Mitgliedsstaaten getragen werden, in deren Verantwortung diese auch entstanden sind.” Wenn dies nicht der Fall wäre, könnte dies den Anreiz schaffen, “die Problemlösung für den eigenen Banksektor weiter zu verschleppen und auf eine künftige Vergemeinschaftung der potenziellen Verluste im Rahmen der Bankenunion zu setzen.”
Insgesamt muss man eingestehen, dass der Euro-Raum bzw. die EU eine gewaltige Aufgabe zu bewältigen hat. In der Währungsunion haben neben Griechenland bekanntermaßen Portugal, Spanien, Irland und Italien unter großen finanziellen Problemen und sind bereits – zumindest teilweise – unter dem Rettungsschirm ESM geschlüpft.
Wir bleiben natürlich weiter am Ball und versorgen Sie mit den aktuellen Informationen.
(Quelle: Gastkommentar von Bundesbank-Präsident Jens Weidmann im HandelsBlatt, Ausgabe 16.11.2012)
Schlagwörter: Bankenunion, EU, Euro, Gastkommentar, Griechenland, Handelsblatt, Weidmann
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