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30. November 2012
Propersoul
Bereits seit über 2 Jahren kämpfen die EU, der IWF und die EZB darum, die Griechenland-Krise unter Kontrolle zu bekommen. In der zu Ende gehenden Woche wurde erneut ein Rettungspaket für die Hellenen geschnürt. Wieder werden zweistellige Milliardenbeträge nach Griechenland überwiesen, um den Staat am Leben zu erhalten. Doch was genau wird mit den Geldern aus den diversen Rettungspaketen, die eigentlich die Wirtschaft ankurbeln sollen, finanziert? Wir verraten es Ihnen.
Griechenland hängt am Tropf von EU, EZB und IWF. Ohne Milliardenhilfen wäre das Land bankrott. Staatsanleihen des Landes werden an den Finanzmärkten nur noch zu 30 – 35 Prozent des Nominals gehandelt. Ein Beispiel: Eine Staatsanleihe (Schuldschein) Griechenlands mit Nominal 100 Mrd. Euro wird aktuell an den Finanzmärkten zu 30 – 35 Mrd. Euro gehandelt, was einem 65 – 70 prozentigen Wertverlust des Schuldscheins entspricht.
Auftrag an Griechenland: Staatsanleihen aufkaufen
Nachdem griechische Staatsanleihen im Zuge der Euro-Krise an den Finanzmärkten massiv an Wert verloren haben, sieht der Plan der Griechenland-Retter vor, dass die Finanzhilfen der Troika großteils für den Rückkauf griechischer Staatsanleihen verwendet werden sollen. Als Beispiel nehmen wir erneut den griechischen Schuldschein in Höhe von 100 Mrd. Euro. Dieser wird an den Finanzmärkten zu 30 – 35 Mrd. Euro gehandelt. Das Rettungspaket der Troika im Beispiel beträgt 40 Mrd. Euro (neue Schulden bei EZB, IWF, EU). Die Konditionen der Rettungskredite (Zinssatz, Laufzeit) sind deutlich besser als diejenigen ausgegebener griechischer Staatsanleihen. Die Rechnung ist also sehr einfach:
Rettungskredite (EU, IWF, EZB) 40 Milliarden Euro
Schulden vorher (Nominal) 100 Milliarden Euro
Rückkaufspreis (ca. 30% des Nominals) 30 Milliarden Euro
Altschulden (Nominal) -100 Milliarden Euro
In unserem Beispiel hat Griechenland mit 40 Milliarden Euro Hilfsgeldern (neue Schulden, verbesserte Konditionen) durch den Rückkauf alter Staatsanleihen zum Marktpreis seine Staatsschulden deutlich gesenkt.
Nachteil dieses Vorgehens – Kaum Investitionen
Mit der beschriebenen Vorgehensweise senkt Griechenland zwar deutlich seine Staatsschulden, doch in der Wirtschaft kommt von den internationalen Hilfskrediten kaum etwas an. Eine Erholung der griechischen Wirtschaft ist damit wohl auch in naher Zukunft nicht zu erwarten. Wie unsere Kollegen von “Husters Gold-Analyse” in der aktuellen Ausgabe zeigen, sank und sinkt das BIP der Hellenen in den vergangenen Jahren deutlich. 2011 schrumpfte die griechische Wirtschaft um ca. 7 Prozent. Inwiefern die Vorhersage der Troika (EZB, EU, IWF), dass 2012 eine leichte Erholung der Wirtschaft erfolgt, zutrifft oder ob sie damit, wie in den vergangenen Jahren auch, daneben liegt, muss man abwarten.
Wir bleiben natürlich für Sie am Ball und versorgen Sie mit aktuellen Informationen.
(Quelle: Husters Gold-Analyse Ausgabe 43 2012)
Schlagwörter: EU-Sondergipfel, Euro-Krise, Finanzmärkte, Griechenland, Hellenen, Hilfspaket, Rettung, Rettungspaket
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