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19. Februar 2013
V. H.
Auch Frankreich gehört wohl ab 2014 zu den europäischen Staaten, die Bargeldgeschäft rigoros einschränken. Das jedenfalls geht aus einem Plan hervor, der nun von der Regierung in Paris veröffentlicht wurde. So soll ab dem kommenden Jahr in Frankreich ein Verbot von Bargeldgeschäften über 1.000,- Euro eingeführt werden. Nach Italien und Spanien ist Frankreich damit das dritte westeuropäische Land, das sich innerhalb kürzester Zeit zu so einem Schritt entschließt.
Eine Einschränkung für Bargeldgeschäfte ist keineswegs neu. Bislang lag die Grenze für Barkäufe in Frankreich bei 3.000 Euro. Für Menschen, die ihren Hauptwohnsitz außerhalb Frankreichs haben, galt bisher eine Bargeldgrenze von 15.000,- Euro. Auch diese Schwelle wird herabgesetzt und ab 2014 nur noch 10.000,- Euro betragen. Als unterstützende Maßnahme werden künftig außerdem weniger 500-Euro-Scheine in Umlauf gebracht.
Andere Länder, gleiche Sitten
Der Grenzwert von 1.000,- Euro ist auch in Italien gültig, wo diese Regelung im Dezember 2011 eingeführt wurde. Sie war eine der ersten Amtshandlungen des damals neu gewählten Ministerpräsidenten Mario Monti. Und auch Spanien hat erst im April 2012 eine entsprechende Grenze von 2.500,- Euro neu eingeführt. Frankreich ist innerhalb von 1 1/2 Jahren damit schon das dritte Land in Westeuropa, das sich für striktere Regelungen im Zahlungsverkehr entscheidet.
Mittel gegen Geldwäsche
Die Begründungen für niedrigere Bargeldgrenzen sind allerorts gleich. Die neuen Regelungen sollen Geldwäsche und Steuerhinterziehung erschweren. Künftig müssen die Bürger in den betroffenen Ländern noch mehr Transaktionen auf elektronischem Wege erledigen. Diese lassen sich bequem nachvollziehen und erleichtern den Behörden die Suche nach schwarzen Geldern. In Schweden argumentieren die Befürworter eines kompletten Bargeldverbots sogar mit dem Schutz von Kassierern und Verkäufern. Wenn nämlich kein Bargeld mehr im Umlauf ist, werden auch Überfälle zwecklos.
Die Angst vor dem Überwachungsstaat
Vielen Bürgern machen die neu eingeführten Regelungen allerdings Sorgen. Sie ermöglichen es den Behörden, die Zahlungsströme noch genauer zu kontrollieren. Der Einblick des Staates in die Lebens- und Vermögensverhälnisse wird umfassender und die Angst vor einem Missbrauch dieser Daten ist nicht von der Hand zu weisen. Um so erstaunlicher ist, dass bislang von Bürgern, Verbraucherschützern und Medien kaum Proteste zu hören sind und somit keine Diskussion über Für und Wider stattfindet.
Noch gibt es für Deutschland offiziell keine Pläne, eine solche Bargeldgrenze einzuführen. Ob das allerings so bleibt, scheint heute fraglicher denn je.
Schlagwörter: Bargeldgrenze, Deutschland, Finanzen, Frankreich, Geld, Italien, Jean-Marc Ayrault, Politik, Schwarzgeld, Spanien, Steuerhinterziehung, Wirtschaft
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