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Die Krise holt Europa Schritt für Schritt ein

20. Juni 2013 V. H.

Seit nunmehr drei Jahren Krise sinkt Europa immer tiefer in den wirtschaftlichen Abgrund. Nachdem anfangs nur Peripheriestaaten wie Griechenland, Irland oder Portugal unter ihren Schulden zusammenzubrechen drohten, sind mittlerweile auch die großen Kernstaaten bedroht. Italien, Spanien und nun auch Frankreich weisen immer schlechtere Wirtschaftsdaten auf. Langsam wird offensichtlich, dass die Geldschwemme der EZB nicht zu einer Besserung der Lage, sondern nur zu einer schleichenden Enteignung der Bürger führt.

EuroAls Beispiel für fehlgeleitete Finanzpolitik kann wohl Japan gelten. Im April hatte sich der Nikkei-Index nach langer Durststrecke endlich wieder zu einem Höchstwert von knapp 16.000 Punkten aufgeschwungen. Diese Entwicklung war auch der japanischen Notenbank zu verdanken, die kurze Zeit vorher bekannt gegeben hatte, der Wirtschaft unbegrenzt Liquidität zur Verfügung zu stellen. Der Traum war allerdings schnell ausgeträumt und innerhalb von nur 20 Tagen verlor der Nikkei ganze 22% seines Wertes.

Gelddrucken ist keine Lösung

Wieder einmal hat sich damit gezeigt, dass Gelddrucken keine dauerhafte Lösung für tiefer liegende ökonomische Probleme sein kann. Schlecht nur, dass dieser Pfeil derzeit aber der einzige im Köcher der europäischen Finanzpolitiker zu sein scheint. An der Schuldenproblematik von Ländern wie Griechenland, Irland, Portugal und Spanien hat sich seit Beginn der Krise aber trotz der Geldflut der EZB kaum etwas geändert. Und da die Wirtschaft in den betroffenen Ländern weiter am Boden liegt, wird sich die Lage auch so schnell nicht ändern.

Auch Frankreich driftet in Krise ab

Noch beunruhigender ist allerdings, dass die Krise mittlerweile immer näher rückt. Mit Frankreich gerät ein Staat in den Abwärtsstrudel, der zusammen mit Deutschland noch bis vor Kurzem zu den stabilsten in der Euro-Zone gehörte. Die Arbeitslosenquote war Anfang 2013 auf einen Rekordwert gestiegen und Frankreich in die Rezession abgeglitten. In dieser Situation wird vor allem der Reformstau zur Gefahr, der verhindert, dass sich Frankreich zügig aus seiner Misere befreit. Und zu allem Überfluss kommt das anfällige Bankensystem hinzu, das laut einer Studie aus der Schweiz derzeit das größte Systemrisiko Europas darstellt.

Sinnlose Enteignung der Bürger

Die große Ungerechtigkeit an der aktuellen europäischen Krisenpolitik ist die Enteignung der Bürger. Die Geldschwemme scheint nicht nur wirkungslos zu versickern, sie drückt auch allerorten die Zinsen. Damit wird es für Sparer immer schwerer, ihr Geld so anzulegen, dass es nicht von der Inflation aufgefressen wird. Diese These stellt der Wirtschaftsexperte Max Otte in einem Interview mit finanzen.net auf.

Er bietet zugleich aber auch noch einen wichtigen Anlegertipp: “Tatsächlich wird Gold derzeit sehr negativ in der Presse besprochen. Das ist gut, denn so kann man jetzt gemütlich nachkaufen… Wer Gold noch nicht hat, sollte es jetzt kaufen. Andere dürfen jetzt noch aufstocken.”

 

 


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